AGnES-Soft - Datenmanagementlösung
AGnES-Tech - Kommunikationslösung
(IT-Teilprojekte des Projektes AGnES - Arzt-entlastende,
Gemeinde-nahe, E-Health-gestützte, Systemische Intervention)
In Mecklenburg-Vorpommern gibt es immer mehr ältere Menschen,
gleichzeitig werden bis 2010 etwa ein Drittel der derzeit
tätigen Hausärzte in den Altersruhestand gehen.
In den ländlichen Regionen ist die Wiederbesetzung von
Arztpraxen mit jungen Ärzten schwierig. Dadurch könnte
es in Zukunft zu Engpässen in der hausärztlichen
Versorgung kommen.

Abbildung 1
Altersstruktur der Hausärzte in ausgewählten
Landkreisen; Quelle: KV M-V 2003;
Darstellung: Institut für Community Medicine, Universität
Greifswald |
AGnES ist ein Projekt unter Federführung des Institutes
für Community Medicine der Ernst-Moritz-Arndt-Universität
Greifswald, in dem Ärzte, Krankenschwestern, Patienten
und Wissenschaftler intensiv zusammenarbeiten mit dem Ziel,
neue Methoden für die hausärztliche Versorgung in
ländlichen Regionen einzuführen.
Im AGnES-Projekt wird der Hausarzt von einer speziell ausgebildeten
Krankenschwester (Telegesundheitsschwester) unterstützt,
die mittels modernster Kommunikationstechnik mit dem Hausarzt
in Verbindung steht. Die Telegesundheitsschwester übernimmt
nach Anweisung des teilnehmenden Hausarztes in Delegation
Hausbesuche bei Patienten, wobei die vorbeugende, beratende/betreuende
und Therapie überwachende Tätigkeit im Vordergrund
steht. Eine wichtige Aufgabe der Telegesundheitsschwester
ist die unterstützende Überwachung (Monitoring)
des Gesundheitszustandes von Patienten in der Häuslichkeit.
Bei dafür geeigneten Patienten werden Telecare-Geräte
eingesetzt, wie z. B. Herz-Rhythmuskarten, Blutdruck- und
Blutzuckermessgeräte und elektronische Waagen. Weitere
Aufgaben sind z. B. Medikamentenkontrolle und Sturzprävention
in der Häuslichkeit.

Abbildung 2
Erste Kommunikation mit dem Arzt via Webcam und WLAN/WiMAX;
Bild: Thomas Fiß |
Das IT Science Center entwickelt in diesem Projekt auf der
Informatikseite Kommunikations- und Datenmanagementlösungen.
Dazu wurden Client-Server-Verbindungen zwischen der Ärztin,
dem Auto der Pflegeschwester sowie langzeitüberwachten
Patienten mittels WiMax/WLAN-Technologie konzipiert. Die Schwester
kann somit z.B. eine standortunabhängige Punkt-zu-Punkt-Kommunikationsverbindung
vom Patienten zum Arzt aufbauen, die ebenso zur Übertragung
von vor Ort erfassten telemedizinischen Daten wie Blutdruck,
EKG etc. genutzt werden kann. Genauso können bei ärztlich
überwachten Patienten, Teleca-re-Geräte installiert
und an die Kommunikationsplattform angeschlossen werden. Ein
verteiltes und mobiles Informationssystem wurde entwickelt,
das die Daten verwaltet, aufbereitet und zugreifbar macht.
Insbesondere werden multimediale Daten wie Bild und Video
in Echtzeit verarbeitet. Die Datenverwaltung dient ebenfalls
dazu, die Arbeiten der Schwester zu koordinieren, zu optimieren
und auch abrechenbar zu machen. Dafür kommt ein GPS-gestütztes
System zum Einsatz.